Sommer 2026 – das Dokumentieren der Dürre mithilfe von Citizen Science Apps

Sommer 2026 – das Dokumentieren der Dürre mithilfe von Citizen Science Apps
In Österreich, sowie in vielen anderen Teilen der Welt, erleben wir derzeit den wohl trockensten Sommer seit Messbeginn. Ungewöhnlich viele Hitzetage, Waldbrände, Flussniedrigstände oder sogar völlig ausgetrocknete Gewässer – Forschungsdaten zeigen: solche extremen Dürre- und Hitzeperioden, wie wir sie heuer erlebt haben, werden zukünftig noch häufiger und extremer, je länger Gegenmaßnahmen und politische, gesellschaftliche, und wirtschaftliche Veränderungen ausbleiben.


Warum die Effekte der Klimakrise dokumentieren?

 Obwohl man sich in der Wissenschaft bei einer Thematik selten so einig war wie bei der menschengemachten Klimakrise (und zig Daten vorzuweisen hat), ist das Dokumentieren gerade solcher Dürreperioden äußerst bedeutsam.

Diese für uns alle sichtbaren Zeugnisse können, aufgezeichnet, immer noch wichtige Daten für die Forschung sein, vor allem haben sie aber das Potential gemeinschaftlich zu veranschaulichen, was vor unser aller Augen geschieht.

Wie man die Dürre mit Citizen Science Apps dokumentiert

Alle von uns spüren die Auswirkungen der Klimakrise anders: Der eine leidet unter den hohen Temperaturen in der Stadt, der nächsten entfällt ein Großteil ihrer Ernte, den anderen geht das kalte Wasser für die Fischzucht aus, ein 90ig-Jähriger sieht den Bach hinter seinem Haus zum ersten Mal völlig ausgetrocknet. All diese Erfahrungen und Beobachtungen sind im kleinen Kreis derzeit im Gespräch – korrekt dokumentiert können sie jedoch zu einem größeren Stimmungsbild werden, dass sich nachweisen und zurückverfolgen lässt.


Citizen Science Apps and Citizen Action Apps auf der SPOTTERON Plattform um die Klimakriseneffekte zu dokumentieren

Bei SPOTTERON arbeiten wir gemeinam mit wissenschaftlichen Projekten an interaktiven Citizen Science Apps, die es uns allen einfach machen soll, unsere eigenen Erfahrungen und Sichtungen aufzuzeichnen. Darunter sind Citizen Science oder Citizen Action Apps, mit denen die Auswirkungen der Klimakrise von jeder und jedem gezielt dokumentiert werden kann:

Fridays For Future App

Die erste Klimakrise-App die wir vorstellen möchten, ist die Fridays for Future App.
Fridays for Future sehen sich als horizontale, basisdemokratische Graswurzelbewegung, die unpolitisch agiert und bezüglich der Fakten auf die Wissenschaft verweist. Um die globale Bevölkerung mehr mit einzubeziehen, wurde diese App mithilfe von SPOTTERON entwickelt.

In der App können positive und negative Einflüsse auf die Klimakrise dokumentiert werden (z. B. Positiv= Ausbau öffentliche Verkehrsmittel / Negativ= Flächenversiegelung). Zudem kann man Klimakrise-Effekte, wie Hitzewelle, Dürre, Flut, Naturverlust etc. + individuelle Informationen, gezielt angeben.

Das Ziel der App ist es, herauszufinden, wie und was in der Klimakrise von der Bevölkerung wahrgenommen wird und welche positiven und negativen Emotionen mit bestimmten Themen rund um die Biodiversitäts- und Klimakrise verknüpft werden. Menschen von überall können diese App für ihre Aufzeichnungen verwenden - sie ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar.


P51 App

P51 ist ein Projekt von La Ruta del Clim (Costa Rica) mit dem Ziel, das Wissen von Gemeinden über die Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Themen wie Infrastruktur, territoriale Veränderungen, Menschenrechte, Verlust von Arten und Territorien usw. zu sammeln. Das Projekt bietet die Möglichkeit für Aufzeichnungen in ganz Lateinamerika, wo die Folgen des Klimawandels teils die Grenzen der Anpassungsfähigkeit überschritten haben und es bereits zu erheblichen Schäden und Verlusten kommt, mit denen viele Gemeinden oft unsichtbar leben müssen.

Die App ist in Spanisch und Englisch verfügbar und kann grundsätzlich auch außerhalb Lateinamerikas zum Dokumentieren verwendet werden, auch wenn Forscher:innen die Daten (zum jetzigen Zeitpunkt) nur regional auswerten.


COSEA App

Für die nächste App unserer Liste, haben wir eine App für Meeresbeobachtungen ausgesucht.

Die COSEA App wurde gemeinsam mit zwei Horizon Europe Projekten entwickelt: EFFECTIVE und TRANSEATION. Mit COSEA können Citizen Scientists unter anderem die Meeresumwelt beobachten, Küstenlebensräume oder Arten dokumentieren, als auch über klimatische Effekte in unseren Meeren und Ozeanen berichten.

In der Kategorie „Wetter und Klima-Auswirkungen" kann in Europa und weltweit über marine Hitzewellen, steigende Wassertemperaturen, Wasser-Übersäuerung, Ozean Deoxidation, extreme Temperaturen, als auch die Temperatur-Effekte auf beispielsweise Korallenriffe aufgezeichnet werden.

Die Beobachtungen in der App werden den Wissenschafter:innen helfen, die Auswirkungen und Triebkräfte der Meeresfaktoren besser zu verstehen, um eine gesunde Beziehung zwischen Menschen und Meeren zu schützen und zu fördern.


ClimateWatch

Das ClimateWatch-Programm - ein Projekt von Earthwatch Australia, dem Bureau of Meteorology und der Universität von Melbourne - untersucht, wie sich Veränderungen der Temperatur und des Niederschlags auf das saisonale Verhalten der australischen Pflanzen und Tiere auswirken. Die ClimateWatch Citizen Science App ermöglicht es jedem/r Australier/in sich an der Sammlung und Aufzeichnung von Daten zu beteiligen und einen positiven Beitrag zur Klimakrise zu leisten.


 Je gesellschaftlich und landschaftlich breitflächiger wir die Effekte des Klimawandels dokumentieren, desto eher erkennen wir, wie notwendig ernsthafter Klimaschutz ist - der vor allem auch unsere Bereitschaft zur Veränderung einfordert.

Vielen Dank fürs Dokumentieren!
Euer SPOTTERON Team

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