Vor kurzem ging die diesjährige ECSA2026 zu Ende. Wir sind ganze zwei Tage mit Zug, Bus und Fähre durch halb Europa in den Norden Finnlands gereist, genauer gesagt, in die wunderschön verschneite Stadt Oulu. Dort haben wir erfahren, wie weiß Schnee sein kann und warum die Finnen, umgeben von Wald, sauberer Luft, zugeforener Ostsee, Karaoke, viel zu heißen Saunen, tanzenden Nordlichtern, und allerhand Kultur, wohl so ein zufriedenes Dasein führen.
Anfang März eröffnet genau diese finnische Atmosphäre den Raum für die europäische Citizen Science Community - und wird Austragungsort der ECSA Konferenz 2026, organisiert mit viel Detail und Hingabe von der European Citizen Science Association (ECSA) und der Universität Oulu. Über 600 Wissenschafter:innen aus ganz Europa und darüber hinaus waren angereist und stellten die damit teilnehmer:innenstärkste ECSA Konferenz bisher.
In diesem Blog möchten wir ein paar unserer vielen Eindrücke teilen – in unserem Fall eine andere Perspektive als die der Forscher:innen. Wir waren dort als Designer, technische Partner in Sachen Citizen Science Apps und, am wichtigsten: als Citizen Scientists.
Kurz gesagt: ziemlich viel. So viel, dass wir bei weitem nicht alles sehen konnten. Das Programm der insgesamt neun Sessions beinhaltete Podiumsdiskussionen, Roundtables und Workshops zu Themen wie Inclusive Citizen Science und der Einbindung von „hard to reach"-Gruppen, Blue Citizen Science (Meere und Küsten), Citizen Science in der Landwirtschaft, Gamification in Citizen Science sowie zur KI-Ethik innerhalb von Citizen Science Projekten.
Gleich vorweg möchten wir uns bei allen involvierten Organisatoren sehr herzlich bedanken! Neben dem inhaltlichen Konferenzprogramm, wurden zahlreiche Aktivitäten und Auftritte organisiert: vom Eisfischen, dem Besuch der Poro-Panuma Rentierfarm, gemeinsamem Schwitzen in einer Floss-Sauna, bis hin zum originellen Auftritt des bekannten Männer-Schrei-Chors (Mieskuoro Huutajat) und dem bewegenden Vortrag von Sámi Camilla Brattland auf der Eröffnungszeremonie. So haben es die Organisator:innen wirklich hervorragend geschafft, die finnische Lebensart, zugleich aber auch die Herausforderungen der nordischen Bevölkerung (sinkende Fischbestände, Zerstörung von Rentierhabitaten, etc.) für die Konferenzteilnehmer:innen spürbar zu machen.
Besonders gefallen hat uns auch der „Rhizome Salon", ein Raum, in dem alle Konferenzteilnehmer:innen an einer Installation arbeiten und aus recycelten Stoffen zusammenhängende Schnüre häkeln konnten.
In den Konferenzpausen haben wir an unserem Tisch über Projekte und Citizen Science Apps gesprochen, bekannte Gesichter und Projektpartner:innen getroffen und auch Konferenzteilnehmer:innen und Studierende kennengelernt, die mit SPOTTERON noch nicht zusammengearbeitet haben.
Unter letzteren waren eine nicht unwesentliche Anzahl an Forscher:innen und anders Involvierte, die in ihrem Citizen Science Projekt versucht haben, selbst eine Citizen Science App zu entwickeln - und dabei auf Herausforderungen gestoßen sind, die entweder zu einer Unzufriedenheit mit der App führten, oder es bei einem Versuch bleiben musste. Die Entwicklung einer App ist aufgrund des technischen Know-How, den Datenschutz-Aspekten, der stetigen technischen Wartung der App in den App Stores, sicherer Datenspeicherung, der Funktionalität und dem UX Design, Userbility, Mehrsprachigkeit, bis hin zu speziellen Features uvm., ein komplexes und nicht zu unterschätzendes Unterfangen.
Solche Gespräche waren es, die uns als SPOTTERON-Team daran erinnern, wie wichtig unsere Unterstützung für die damalige, jetzige, und zukünftige Entwicklung von interaktiver, sicherer Citizen Science App Technologie ist. Mit zehn Jahren Erfahrung in der Entwicklung von interaktiven Citizen Science Applikationen, die strengen EU-Richtlinien (DSGVO) und über jene hinaus folgen, sowie stetig neuen App-Features innerhalb des Project Ecosystem, ist und bleibt SPOTTERON ein wichtiger Partner für die Citizen Science Community in Europa und darüber hinaus.
Wir möchten uns hier speziell bei unseren Tischbesucher:innen fürs Hallo sagen, als auch für die spannenden Gespräche und den ehrlichen Austausch bedanken!
Am Mittwoch 04.03.2026 fand die Poster Session in der Saalestin Hall statt. Unter zahlreichen anderen tollen Postern, durften auch wir zwei Poster vorstellen:
Poster 1 war ein interaktives Poster über die gemeinschaftsbasierte COSEA-App, eine Citizen-Science-App für Meeres- und Küstenbeobachtungen. Die App läuft auf der SPOTTERON Citizen Science App Platform und ist das Ergebnis zweier „Horizon Europe"-Programme: EFFECTIVE und TRANSEATION. Das COSEA-App-Toolkit richtet einen offenen Aufruf an unabhängige Initiativen, Projekte und regionale Gruppen, denen die finanziellen Mittel für die Entwicklung und den Betrieb eigener interaktiver und datenschutzkonformer Citizen Science Apps fehlen. Besucher:innen konnten Beobachtungen aus der App auf das Poster kleben und so verschiedene Kategorien der COSEA-App kennenlernen. Wir trafen sehr interessierte Forscher:innen, die sich für die COSEA-App-Kooperation, und auch für andere Co-Use Apps wie NatureSpots begeisterten, sowie andere, die die neue Mitnutz-Gelegenheit wertschätzten und die Neuigkeit an ihre Kontakte weitergaben!
Auf dem zweiten Poster haben wir das Co-Use-Programmsystem und die Zusammenarbeit bei Citizen Science Apps visualisiert – die ECSA 2026 war natürlich der perfekte Ort, um diese neue Erweiterung der SPOTTERON Citizen Science App Plattform vorzustellen, um kollaborative, technische Möglichkeiten und ihre Vorteile in der Citizen Science Community zu fördern.
Am Freitag, sozusagen als Schlussveranstaltung der ECSA2026 fand das Citizen Science Festival dann abends in der Valkea Shopping Mall in Oulu statt, um uns dort, neben anderen Citizen Science Projekten, mit der lokalen Bevölkerung von Oulu auszutauschen und über unsere Projekte zu sprechen.
Obwohl wir doch mit einigen Menschen aus der lokalen Bevölkerung, vielen Kindern, älteren Menschen, als auch Jugendlichen über die COSEA Citizen Science App gesprochen haben, waren vorrangig Konferenzteilnehmer:innen anwesend, wodurch die Veranstaltung zwar belebt und sehr interessante Begegnungen und Gespräche beinhaltete, der Austausch mit der lokalen Bevölkerung allerdings nur zum Teil möglich war. Da auf der Konferenz die Citizen Scientists ohnehin unterrepräsentiert waren, war der eher wenige Austausch auf dem Citizen Science Festival daher etwas schade. Allerdings zeigt uns diese wichtige Erfahrung abermals, wie schwierig sich das Zusammenkommen von Wissenschaft und lokaler Bevölkerung manchmal gestaltet. Mit Sicherheit wurde hier aber ein guter Grundstein gelegt und mit einigen Adaptionen, kann hier die ECSA Konferenz in Lissabon den Kontakt zur lokalen Bevölkerung bestimmt intensivieren. Wir freuen uns darauf!
Wir waren natürlich nicht in allen Sessions dabei, dennoch ist uns aufgefallen, dass die Projekte oft eher marginal darüber gesprochen haben, wie genau der Kontakt, das Zusammenarbeiten und das Miteinander, die Interaktionen mit den Citizen Scientists in ihren Projekten funktionieren. Wie seid ihr mit den Citizen Scientists in Kontakt? Welche Herausforderungen, und welche Besonderheiten habt ihr dabei erlebt? Für Lissabon würden wir uns als Citizen Scientists mehr Beleuchtung auf die Begegnung, Verbindung und Art der Beziehungen, die hier entstehen, wünschen – denn dies ist vermutlich einerseits einer der herausfordernsten Aspekte in Citizen Science, zugleich liegt darin unserer Meinung nach aber vermutlich die Quintessenz erfolgreicher Citizen Science Projekte. Möglicherweise könnten hier spezifische Workshops zu einem intensiveren Austausch beitragen. (Vielleicht haben wir dies aber auch einfach verpasst?)
Insgesamt war die ECSA Konferenz 2026 aber ein unglaublich inspirierendes Aufeinandertreffen, top organisiert, mit einer wirklich angenehm offenen Atmosphäre, tollen Menschen und einer tollen Community, in einer wunderschönen Winterkulisse.
Kurz vor unserem Abschied verabschiedeten uns dann auch noch die Nordlichter – und wir verabschieden uns nun von diesem Blog – und freuen uns schon auf die wahrscheinlich heißeste ECSA ever in Lissabon 2028! Vielen Dank an alle Teilnehmenden, an alle die wir getroffen und kennengelernt haben, an all die netten Gespräche und lustigen Momente, und auch nochmal an die Organisator:innen für die wirklich tolle Konferenz in Oulu – es war wirklich cool! (Und gar nicht mal so kalt.)
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