Mehrsprachigkeit in Citizen Science Projekten

Mehrsprachigkeit in Citizen Science Projekten

Bei der Entwicklung von Citizen Science Apps kann man großen Einfluss darauf nehmen wie gut, gerne und frequent Benutzer sie letztendlich benutzen. Das Ziel ist es, dass Citizen Science Apps langfristig zu einem fixen Bestandteil im Alltag ihrer Nutzer werden, damit jene laufend mit wichtigen Daten einen Beitrag zu wissenschaftlichen Projekten leisten.

 Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten eine App benutzerfreundlich zu gestalten: eine davon ist sicher die App in verschiedenen Sprachen anzubieten. Auch wenn mittlerweile ein großer Teil der Gesellschaft Englisch spricht, ist gerade bei Citizen Science Apps ein weitgefächertes Angebot an Sprachen von Vorteil. Zu aller erst, sinkt die Hemmschwelle eine App downzuloaden, oder im weiteren Verlauf sie zu öffen, wenn es eine Version in der jeweiligen Muttersprache des Nutzers gibt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es bei Citizen Science Projekten um sehr genaue Datenerfassung geht. Die meisten von uns können zwar fließend Englisch, aber wer ist schon vertraut mit wissenschaftlichen Fachbegriffen auf einer anderen Sprache von z.B verschiedenen phänologischen Phasen einzelner Pflanzen? Natürlich können einzelne Wörter sehr einfach und schnell in online Wörterbüchern übersetzt werden, dies kann jedoch, vor allem bei schnellen Einträgen unterwegs, äußerst Mühsam sein und so die Hemmschwelle eine App überhaupt erst zu öffnen deutlich erhöhen, oder zu verfälschten Ergebnissen führen.

Wir leben in einer Zeit der Globalisation in der das Erasmusprogramm, Auslandspraktika und Ortswechsel aufgrund von Arbeitsbedingungen und Migration zum Alltag gehören. Dadurch, dass immer mehr Menschen an Orten leben, an denen sie die Landessprache nicht ausreichend beherrschen um Apps in jener Sprache reibungslos zu verwenden, ist es, um die User nicht auf eine Bevölkerungsgruppe zu reduzieren, wichtig Citizen Science Apps, auch wenn sie auf ein bestimmten Land oder Gebiet beschränkt sind, in möglichst vielen Sprachen, zumindest jedoch auf Englisch, anzubieten. Wenn eine App zu Beginn nur auf die Nutzung in einem Land ausgelegt ist, jedoch nicht auf dieses beschränkt ist, kann ein mehrsprachiges Angebot von großem Vorteil sein. Es ist anzunehmen, dass Nutzer, welche zum Zeitpunkt eines Auslandsaufenthalts eine App downloaden und verwenden, diese nach ihrem Auslandsaufenthalt auf ihrem Handy bestehen lassen und in ihr eigenes Land mittragen.

Ein breit gefächertes Sprachenangebot kann sehr dazu beitragen, dass die Reichweite einer App vergrößert wird. So wird im besten Fall eine internationale, wissenschaftlich interessierte Community für weitere Citizen Science Projekte geschaffen, zum Beispiel bei der Verwendung des SPOTTERON Community Packs, welches viele Möglichkeiten zum direkten Austausch zwischen Usern und Wissenschaftlern bietet.

Natürlich kommt es auf den Standort der App an. Wenn es eine lokale App ist, wird, neben der Version auf Deutsch, eine Übersetzung ins Englische mehr als ausreichend sein. Bei den meisten Apps jedoch kann Mehrsprachigkeit deutlich zu einer größeren Reichweite von Citizen Science Apps beitragen!

Citizen Science Interview I - Johannes Frauscher, ...
Tag der Phänologie am ZAMG

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Mittwoch, 30. November 2022

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  • Drei neue Publikationen zu SemantiX mit den Titeln "Accessing Multiple Semantic EO Data Cubes in One Graphical User Interface", " Think global, cube local: an Earth Observation Data Cube’s contribution to the Digital Earth vision", sowie "Semantic Querying in Earth Observation Data Cubes" wurden der SPOTTERON Website unter Papers und Publikation hinzugefügt.

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  • Die CrowdWater Citizen Science App auf der SPOTTERON-Plattform, wurde mit neuen Optionen in der Kategorie "Fließgewässertyp" aktualisiert, die es den Nutzern ermöglichen, Informationen über Wasserqualität, Klarheit, Verschmutzung und mehr zu sammeln. Außerdem ist die interaktive Karte jetzt mit Satellitenansicht verfügbar. Lesen Sie hier mehr zu CrowdWater.

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  • Ein neues Paper unserer Partner des Roadkill Projekts mit dem Titel "A dataset of road-killed vertebrates collected via citizen science from 2014–2020" wurde in die Papers & Publicationen Seite aufgenommen.

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